1. Was ist Infusionsneuraltherapie?

2. Anti Aging Wirkungen von Procain

3.
Procain oder Lidocain?
      zur Pharmakologie der Neuraltherapeutika

4.
Procain in der Neuraltherapie nach  
    Huneke
     

       - Zusammenfassende Bewertung -



1


Was ist Infusions-Neuraltherapie?
Procain Reset (Hahn-Godeffroy 2010)


Procain 1% wird in die Armvene infundiert. Hierbei kommt der anti-entzündliche, durchblutungsfördernde, energiespendende und re-vitalisierende Effekt von Procain besonders zum Tragen. Auch kommt es durch eine hohe Anflutung von Procain am limbischen System des Gehirns zu einer impulsmodulierenden Wirkung, vermutlich durch eine Re-harmonisierung des Zusammenspiels der Botenstoffe dieser Kerngebiete.

Diese Hypothese wäre auch geeignet zu erklären, warum die parenterale Langzeit-Applikation von Procain geeignet ist, so unterschiedliche Krankheitsbilder wie Diabetes mellitus, Hypertonus, Depressionen, Burn-out oder posttraumatische Belastungsstörungen zu beeinflussen. Vermutlich ist Procain in der Lage, an den Kerngebieten des limbischen Systems eine länger anhaltende positive Modifikation von synaptischer Plastizität in den Nähebereichen der sogenannten Stressachse zu bewirken.

Unter "Synapsen" versteht man Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, hier des limbischen Systems, die in ihrer Überträger-Funktion gestört sein können, sei es morphologisch, sei es durch Störungen der Botenstoffe. Diese Synapsen, das weiß man seit D.O. Hebb 1949, lassen sich hinsichtlich ihrer Überträger-Eigenschaften mit langanhaltender Wirksamkeit "verbessern". Man spricht von "synaptischer Plastizität".

Unabhängig von allen komplizierten hirnbiologischen Deutungsversuchen lässt sich aus der Praxis sagen: Infusionsneuraltherapie mit Procain kann sehr erfolgreich sein bei allen Erkrankungen, bei deren Entstehung das vegetative Nervensystem, vor allem der Sympathikus, eine Rolle spielt.

Das sind insbesondere die modernen Zivilisationskrankheiten, wie z.B. chronisch-rheumatische Erkrankungen, Allergien, Bronchialasthma, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Depressionen, Burn-out oder posttraumatische Belastungsstörungen.

Vgl.
1.
Hahn-Godeffroy, J.D.:
Infusions-Neuraltherapie: Wie wirken Procain-Infusionen bei Stress-Folgeerkrankungen?. Vortrag auf der Jahrestagung der internat. Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke, Freudenstadt, März 2010


2.
Hahn-Godeffroy, J.D.:
Procain Reset - Ein Therapiekonzept zur Behandlung chronischer Erkrankungen?
In: Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine, S. Karger, Basel 2011; 23: 291-296



2

Anti Aging Wirkungen von Procain


Bei den von uns entwickelten Anti-Aging-Infusionen ist der Hauptwirkstoff Procain. Procain ist ebenso alt wie Aspirin:100 Jahre. Und so wie Aspirin ganz neue Anwendungsgebiete erobert hat („Blutverdünnung“), so gilt dies auch für Procain.

Schon 1950 publizierte Dr. Walter Huneke über die „verjüngende“ Wirkung von Procain, ebenso, wie die rumänische Wissenschaftlerin Prof. Ana Aslan (1954). In der Neuraltherapie beobachtete Hahn-Godeffroy seit 1985 die cholesterinsenkende und energiespendende Wirkung von Procain. 

2003 fand ein Team aus den USA die Bestätigung von W. Huneke, Aslan und Hahn-Godeffroy – eine wissenschaftliche Sensation:

Procain hemmt das Schlüssel-Enzym für die Herstellung von Cholesterin und Cortisol in der Leber - ähnlich wie die bekannten Statine (Cholesterinsenker): aber ohne deren Toxizität und Nebenwirkungen.
Das Enzym heißt HMG-CoA-Reduktase. Literatur: 1. Xu,J. et al (2003) JPET307: 1148-1157, 2. Meyer, R. (rme) (2005)
Dtsch Arztebl online 19.4.05; 17.5.05 ; 26.5.05. 3. Hahn-Godeffroy, J. (2007): Komplement.integr.Med.:32-34

Procain bewirkt, ebenso wie neuerdings für die Statine beobachtet

• einen krebspräventiven Effekt (Darm-, Pankreas-, Prostata-Brustkrebs)
• einen antidepressiven Effekt
• eine Stabilisierung der Alzheimerschen Krankheit
• eine Stabilisierung der Altersvergesslichkeit
• eine Stabilisierung des Knochenstoffwechsels
• einen anti-entzündlichen Effekt, etwa bei Autoimmunerkrankungen (CRP     sinkt)
• einen Rückgang des Schlaganfallrisikos
• insgesamt einen morbiditätsreduzierenden Effekt.


Dr. J.D. Hahn-Godeffroy
Facharzt für Innere Medizin
Hamburg-Blankenese
Tel.: 040 86 43 42 




3
Procain oder Lidocain?
Zur Pharmakologie der Neuraltherapeutika


1987 wurde in einer Mitteilung im Deutschen Ärzteblatt seitens der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft vor Procain mit der Überschrift gewarnt: „Schockreaktionen nach parenteraler Anwendung von Procain“. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft forderte dazu auf, Procain nur noch nach vorherigem Legen eines venösen Zugangs anzuwenden, „um jederzeit lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können“ (1). Es handelte sich um eine gigantische, vermutlich wissenschaftsideologisch motivierte Desinformation.

An den Folgen dieser unsinnigen und weit in die Laienpresse hinein verbreiteten Desinformation leiden Procain-Anwender bis heute. Arzneimittelkommission wie Bundesgesundheitsamt waren nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Fall eines anaphylaktischen Schocks unter Procain vorzulegen (2).

Diese behördlichen Attacken gegen Procain, ohne das die Neuraltherapie nach Huneke ja gar nicht denkbar ist, riefen mich auf den Plan und veranlassten mich, über mehrere Jahre hinweg alle meine Kräfte dafür einzusetzen, die vorgetragenen Nebenwirkungs- und Zwischenfallsmeldungen betr. Procain zu untersuchen – auch anhand des internationalen, überwiegend angloamerikanischen Literatursachstandes.

Wie in meinen Veröffentlichungen zu Procain (3, 4) ausführlich dargestellt, kann diese für unsere Arbeit so wichtige Substanz heute als voll rehabilitiert angesehen werden. Die Fehlinformation über ein erhöhtes Mißbildungsrisiko unter Procain, über gehäufte anaphylaktische Zwischenfälle und hohe Allergierisiken, über gehäufte Haut- und Gewebsnekrosen usw. usw. konnten vollständig ausgeräumt werden. Bei Procain handelt es sich vielmehr um das nebenwirkungsärmste und lokal gewebsverträglichste Lokalanästhetikum unter sämtlichen Lokalanästhetika auf dem deutschen Markt.


Im Hinblick auf die andauernde Erörterung „Procain oder Lidocain“ möchte ich nachfolgend den neuesten Sachstand vorstellen, ferner möchte ich daran anschließend einige neue pharmakologische Erkenntnisse zu Procain mitteilen:




Procain oder Lidocain?

Da die Neuraltherapie nach Huneke in erster Linie ein Verfahren in der Hand des niedergelassenen Arztes, zumeist des Allgemeinpraktikers ist, bedarf sie zu ihrer ambulanten Anwendung möglichst kurzwirksamer und möglichst wenig toxischer Lokalanästhetika, d.h. solche von möglichst großer therapeutischer Breite. Verwendung findet in der Praxis vor allem Procain, seltener auch Lidocain, wobei Lidocain im Vergleich zu Procain den Nachteil einer doppelt so hohen Allgemeintoxität, Neurotoxität und Myotoxität und einer wesentlich längeren Halbwertzeit hat (5).

Der Vorteil eines geringeren oder fehlenden Anaphylaxie-Risikos von Lidocain im Vergleich zu Procain bei parenteraler Anwendung, wie es früher angenommen wurde, besteht in Wirklichkeit nicht (2). Es scheint vielmehr, als sei das Anaphylaxie-Risiko unter Lidocain unterschätzt und das unter Procain – auf Grund theoretisch-pharmakologischer Überlegungen – überschätzt worden.

Verwirrung stifteten bis heute fortgeschriebene amerikanische Untersuchungen, die in Unkenntnis der pharmakologischen Wirkunterschiede von Lidocain (gefäßkonstriktorisch) und Procain (gefäßdilatatorisch) (4) die Hautrötungen nach Setzen von Procain-Quaddeln als Beweis einer allergischen Reaktion missdeuteten (5).



Die gefäßkontriktorische Teilwirkung von Lidocain läßt diese Substanz für viele neuraltherapeutische und auf Perfusionsverbesserung zielende Indikationen kontraindiziert erscheinen. Zu bedenken ist auch, daß für den Hauptmetaboliten von Lidocain, nämlich 2, 6-Xylidin, in einer
Kanzerogenitätsstudie an Ratten die Verursachung von bösartigen und gutartigen Tumoren vor allem in der Nasenhöhle nachgewiesen wurde (6). Das Arzneimittel-Kompendium der Schweiz und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn, verlangen deshalb neuerdings, Lidocain nicht über längere Zeit und in hohen Dosierungen anzuwenden (7).

Die Benefit-risk-Abwägung zwingt somit zu der Schlußfolgerung, den Einsatz von Lidocain in der Neuraltherapie zugunsten von Procain weitgehend aufzugeben bzw. Lidocain nur noch für den äußerst seltenen Fall einer Procain-Allergie als Ausweichmittel vorzusehen. Aber selbst in diesem Falle wäre, wie dies neuerdings auch die Anästhesiologen für die Spinalanästhesie fordern, wegen der Neurotoxität von Lidocain das Prilocain vorzuziehen (8).

Erwähnt werden muss der Vollständigkeit halber, dass in Österreich traditionellerweise oft noch dem Lidocain der Vorzug gegeben wird. W. Ortner betont die "kalmierende" Wirkung von Lidocain - im Gegensatz zu der diskret psychoanaleptischen Teilwirkung von Procain - sowie die besondere Eignung von Lidocain bei chronisch-degenerativen entzündlichen Erkrankungen (9).


Die Definition, wonach Neuraltherapie nach Huneke eine Therapie „mit Lokalanästhetika“ sei, scheint nach Vorstehendem nur noch wenig haltbar, denn alle anderen längerwirksamen Amidlokalanästhetika sind noch toxischer und damit noch weniger geeignet für die Neuraltherapie nach Huneke als Lidocain. Bei der Procain-Anwendung andererseits scheinen die eigenständigen nicht-lokalanästhetischen Wirkqualitäten der Stoffwechselprodukte Paraaminobenzoesäure (PABA) und Diäthylaminoäthanol bislang viel zu wenig berücksichtigt; vermutlich handelt es sich bei der Procaintherapie um eine Dreifach-Medikation: Procain + PABA + Diäthylaminoäthanol. Dies stützt die Beobachtung, wonach Procain viel mehr "kann" als alle anderen Lokalanästhetika.



Pharmakologische Wirkungen von Procain

Procain wirkt

- antiarrhythmisch
- muskelrelaxierend
- bronchospasmolytisch
- spasmolytisch am Sphincter Oddii und am Darm
- koronarperfusionssteigernd
- negativ inotrop
- negativ chronotrop
- endoanästhetisch (nach Zipf)
- antikonvulsiv
- antihistaminisch
- sympathikolytisch
- parasympathikolytisch
- gefäßerweiternd
- antiphlogistisch (CRP senkend)
- immunmodulierend
- kapillarabdichtend
- spezifisch impulsmodulierend am limbischen System
- psychoanaleptisch
- HMG-CoA-Reduktase-hemmend
- DNA-demethylierend



Wirkung über das Endocannabinoid-System

Heine postuliert für die systemische Wirksamkeit von Procain bei neuropathischen Schmerzen einen Wirkungsmechanismus über das Endocannabinoid-System: Diäthylaminoäthanol, eines der beiden Stoffwechselprodukte von Procain, führt nach Heines Hypothese über kompetitive Rezeptormechanismen zu einer Stimulierung von nozizeptiven Fasern.


Neueste pharmakologische Einsichten

Die Arbeitsgruppe Papadopoulos, Georgetown University (Washington) wies kürzlich die HMG-CoA-Reduktase-hemmende Wirkqualität von Procain nach, eine Statin-Wirkung also (10). Staine aber scheinen nicht nur lipidsenkend zu wirken, sondern es gibt ernstzunehmende Hinweise auf eine krebspräventive Wirksamkeit – zunächst untersucht beim Oesophagus-Karzinom, beim Pankreas-Karzinom, beim Prostata-Karzinom, beim Dickdarm-Karzinom und beim Mamma-Karzinom (11, 12). Ferner senken Statine, offenbar unabhängig von ihrer lipidsenkenden Wirkung, das Herzinfarkt- und das Schlaganfall-Risiko.

Unabhängig von der MHG-CoA-Reduktase-Hemmung scheint es die DNA-demetylierende Wirkung von Procain zu sein, die in einer experimentell nachgewiesenen Wachstumshemmung auf menchliche Krebszellen, insbesondere auf Brustkrebszellen, resultiert (13).

Die Samaritan Pharmaceuticals in den USA hat Procainhydrochlorid (Sp01A, vorgesehener Handelsname: Anticort) für die Indikationen Immunmodulation und HIV bereits in die klinische FDA-Prüfphase II vorangetrieben (14).



Literatur beim Verfasser

Dr. med. J.D. Hahn-Godeffroy
Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Pharmakologie
Friedrich-Legahn-Straße 2, 22564 Hamburg-Blankenese


                                                                                                
Procain in der Neuraltherapie nach Huneke             - Zusammenfassende Bewertung -

Aus: Neuraltherapie nach Huneke: Grundlagen, Techniken. Freudenstädter Vorträge (eds. Dosch, P., Barop, H., Hahn-Godeffroy, J.D.) Vol. 16, 36-49, Stuttgart 2002.

Vorrede                                                                                                                     Die folgende Procain-Monographie nimmt Bezug auf ein kritisches, auf Zulassungsentzug oder Anwendungseinschränkungen gerichtetes anästhe-siologisches Gutachten des Bundesgesundheits-amtes Berlin (heute: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), in welchem schwere, gar nicht belegte Nebenwirkungen von Procain behauptet wurden, z.B. Verursachung von Missbildungen. Der Gutachter hatte nur ungenau gelesen: Die von ihm zitierte Literaturstelle belegt das Gegenteil, nämliche keine Erhöhung der Missbildungsinzidenz unter Procain. Oder: Der Gutachter warnte vor örtlicher Nekrosebildung nach Procain-Injektionen. Das Gegenteil ist der Fall: Procain darf als das gewebefreundlichste unter sämtlichen Lokalanästhetika auf dem deutschen Markt gelten. Aus dem Fall Procain ist zu lernen: Mit "sorgfältiger gelesen haben", mit der präziseren Kenntnis des Literatursachstandes kann auch dem a priori emotional gefärbten Gegner erfolgreich begegnet werden. Die nachfolgende Monographie zu klinischen Pharmakologie und klinischen Anwendung von Procain stellt auch nach dem Stand des Jahres 2001 die umfassendste Darstellung zu Procain dar, die bislang im internationalen Schrifttum auffind-bar ist.                                                                                              

I. Übersicht

1. Neuraltherapie nach Huneke

Neuraltherapie nach Huneke ist ein klinisches Therapieverfahren von sehr hohem Verbreitungs-grad im deutschsprachigen Raum, d.h. auch gleichermaßen in der ehemaligen DDR, in Österreich und in der Schweiz (1). Der Begriff "Neuraltherapie" stammt von dem Berliner Huneke-Schüler v. Roques 1940 (2). Wichtige Impulse gingen auch von Frankreich aus, dort sprach der bekannte Pariser Sympathikus-Chirurg Leriche im Zusammenhang mit der Neuraltherapie als von dem "unblutigen Messer des Chirurgen"(3).

Die Neuraltherapeuten gliedern ihre Behandlung in Segmentbehandlung und Störfeldbehandlung, wobei die Segmentbehandlung (Hunekes "Heil-anästhesie") in den 50-er Jahren von dem Amerikaner Binica aufgenommen und im Rahmen seines "Management of Pain" im anglo-amerikanischen Schrifttum verbreitet wurde (4). Auch der von der Amerikanerin Travell (5) entwickelte und neuerdings in den deutschen Sprachgebrauch übernommene Begriff der "Triggerpoint-Behandlung" ist nichts anderes als die alte, vor dem 2. Weltkrieg im deutschen Sprachraum bekannte "Heilanästhesie nach Huneke".


2. Klinische Wirksamkeit

Die Störfeldbehandlung im Rahmen der Neural-therapie nach Huneke findet mehr Kritiker als die Segmenttherapie, offenbar weil deren Wirkungs-mechanismus schwerer nachzuvollziehen ist. Aber letztlich muss selbst der Wirkungs-mechanismus der Lokalanästhetika per se ebenso als unbekannt bezeichnet werden wie die der Acetylsalicylsäure.

Die Neuraltherapie nach Huneke beruht auf reproduzierbaren Phänomenen, deren neuroana-tomische (Clara) und neurophysiologische (Ricker) Grundlagen seit über 50 Jahren bekannt sind (6, 7). An ihrer klinischen Wirksamkeit ist ernsthaft nicht zu zweifeln, auch wenn kontrollierte Untersuchungen im Sinne von Martini kaum vorliegen. Die Wirksamkeit der Neuraltherapie nach Huneke ist vielmehr hauptsächlich belegt durch Einzelkasuistiken, dies aber in solcher Zahl und Fülle über mehr als ein halbes Jahrhundert hin, dass schon dadurch der Vorwurf der Kritiker, es handele sich nur um Einzelfälle von eher anekdotischer Bedeutung, widerlegt erscheint.

Neuraltherapie muss heute vielmehr als ein integrativer Bestandteil ärztlichen Erfahrungs-schatzes betrachtet werden, der nicht etwa deshalb aufgegeben werden könnte, weil er einer Quantifizierung im Sinne der modernen, bio-statistisch geprägten Therapieforschung so schwer zugänglich ist.

3. Procain oder Lidocain

Da die Neuraltherapie nach Huneke in erster Linie ein Verfahren in der Hand des niedergelassenen Arztes, zumeist des Allgemeinpraktikers ist, bedarf sie zu ihrer ambulanten Anwendung möglichst kurzwirksamer und möglichst wenig toxischer Lokalanästhetika, d. h. solche von möglichst großer therapeutischer Breite. Verwendung finden in der Praxis vor allem Procain und Lidocain, wobei Lidocain im Vergleich zu Procain den Nachteil einer doppelt so hohen Toxizität und einer wesentlich längeren Halbwertzeit hat (8, 12).

Der Vorteil eines geringeren oder fehlenden Anaphylaxie-Risikos von Lidocain im Vergleich zu Procain bei parenteraler Anwendung, wie es bislang angenommen wurde, besteht entsprechend neueren Untersuchungen nicht (8, 9).

Danach scheint es vielmehr, als sei das Anaphylaxie-Risiko unter Lidocain unterschätzt und das unter Procain - vor allem auf Grund theo-retisch-pharmakologischer Überlegungen - über-schätzt worden. Verwirrung stifteten vor allem bis heute fortgeschriebene amerikanische Untersuch-ungen, die in Unkenntnis der pharmakologischen Wirkunterschiede von Lidocain (gefäßkonstrik-torisch) und Procain (gefäßdilatatorisch) an der Haut (10) die Hautrötungen nach Setzen von Quaddeln als Beweis einer allergischen Reaktion missdeuteten (11).

Die Benefit-risk-Abwägung rechtfertigt es somit derzeit nicht, die Anwendung des wesentlich besser steuerbaren Procains in der Neuraltherapie zugunsten von Lidocain aufzugeben, zumal dessen angeblich geringeres Anaphylaxie-Risiko klinisch-epidemiologisch gänzlich unbelegt bzw. bestritten ist (8).

Als Alternative zu Procain käme vielmehr auf Grund seiner klinisch-pharmakologischen Daten das in den USA seit langem eingeführte Chlor-Procain (Nesicain) in Frage, welches sich durch eine noch kürzere Wirkdauer und noch geringere Toxizität und damit noch bessere Steuerbarkeit bzw. therapeutische Breite auszeichnet als Procain (8, 12). Aus offenbar kaufmännischen Erwägungen hat Chlor-Procain in Deutschland bislang keine Einführung finden können.


4. Impletol

Die in Impletol vorliegende Kombination von Procain mit Coffein ist pharmakologisch unzureichend begründet. Auch ist die thera-peutische Breite von Impletol auf Grund seiner relativ hohen Procain-Konzentration von 2 % und seines fixen Coffeinanteils geringer als etwa die von Procain 1 % (ohne Zusätze), welches zur Neuraltherapie empfohlen wird. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Anwendung von Impletol mengenmäßig auf 5 (- 10) ml pro Sitzung zu beschränken.

Viele über Jahrzehnte erfahrene Neuraltherapeuten bekunden, dass sie für bestimmte Fälle auf Impletol neben Procain 1 % nicht verzichten möchten. Es wird deshalb vorgeschlagen, diesen jahrzehntealten, empirisch gewonnenen Erfahrun-gen mit Impletol nicht einfach die Achtung zu versagen und sie durch Streichen des Präparates gegenstandslos zu machen, sondern sich vielmehr im Zusammenwirken mit dem Hersteller um Präzisierung der besonderen Eigenschaften von Impletol im Vergleich zu Procain 1 % zu bemühen.


II. Pharmakologie und Klinische Pharmakologie

Hier wird im Wesentlichen auf die Lehrbücher der Pharmakologie verwiesen. Im Folgenden werden nur die für die Anwendung in der Neuraltherapie wichtigen Gesichtspunkte herausgehoben, die in den klassischen Lehrbüchern der Pharmakologie häufig wegen aus dortiger Sicht möglicherweise unzureichender klinischer Relevanz weniger berücksichtigt werden.

1. Pharmakologische Wirkungen

Procain wirkt

- antiarrhythmisch
- muskelrelaxierend
- brochospasmolytisch
- spasmolytisch am Sphincter Oddi und am Darm
- koronarperfusionssteigernd
- negativ inotrop
- negativ chronotrop
- endoanästhetisch nach Zipf
- antikonvulsiv
- spezifisch impulsmodulierend am limbischen System
- antihistaminisch
- sypathikolytisch
- parasympathikolytisch
- gefäßerweiternd (10, 13-34)


2. Wirkung an der Zellmembran

Procain setzt die Membranpermeabilität für Natrium, in höheren Konzentrationen auch für Kalium und insbesondere für Calcium herab. Diese Eigenschaft kann grundsätzlich an jeder Zelle des Organismus entfaltet werden, nicht nur an der Nervenzelle (32, 33, 35, 36). Darüber hinaus ist Procain sicher auch in der Lage, Einfluss zu nehmen auf die Zell-Glycocalyx und auf das Zytoskelett (37a). Der Wirkungsmechanismus von Procain an der Zellmembran ist nicht identisch mit dem von Lidocain oder Prílocain (37).

Die Wirksamkeit von Procain an den unterschiedlichen Zielorganen, an erregbaren und nicht erregbaren Membranen, ist abhängig von deren unterschiedlichen Lipid-Protein-Konfigura-tionen der Membran oder Membranteilabschnitte sowie von deren unterschiedlicher Besetzung mit Elektrolyt- oder Acetylcholin-Transportkanälchen unterschiedlicher Eigenschaft (36, 37a, 38).


3. Wirkung auf vegetative Fasern

Postganglionäre sympathische und parasym-pathische Fasern sowie Schmerzfasern, d. h. markarme und marklose Fasern, reagieren aufgrund ihres geringen Querschnitts auf Procain am empfindlichsten.


4. Gefäßerweiternde Wirkung

Die gefäßerweiternde Wirkung per se, die möglicherweise in Zusammenhang steht mit dem bei der Esterspaltung rasch entstehenden gefäßerweiternden Metaboliten Diäthylamino-äthanol, kommt den amidstrukturierten Lokal-anästhetika nicht zu. Während am isolierten Gefäßpräparat oder an Streifen von Kaninchen-aorta Procain adrenalinbedingte Gefäßkontraktio-nen antagonisiert, fehlt Lidocain und Prilocain diese Wirkqualität nicht nur, beide Substanzen verstärken sogar den Adrenalineffekt (27, 32). Während also z.B. Lidocain nur über seinen sympathikolytischen Effekt gefäßdilatatorisch wirken kann, tut dies Procain zusätzlich über seine gefäßdilatatorische Eigenschaft per se.

Es ist also die Gefäßdilatation durch Procain zum einen ein sympathikolytischer, zum anderen ein aktiver dilatatorischer Vorgang über eine Reizung der Gefäßdilatatoren.


5. Halbwertzeit

Die Plasma-Halbwertzeit für Procain beim Erwachsenen wird bei der Mehrzahl der Autoren mit 0,66 bis 0,84 min. angegeben (39), in einem Falle mit 7,7 min. (39a). Diese extrem kurze Halbwertzeit bedingt gleichermaßen die gute Steuerbarkeit der Substanz und damit ihre Eignung für die ambulante Praxis wie ihre mangelnde Eignung für die eigentliche Lokalanästhesie.

Wenn die Applikation einer Substanz von z.B. nur 0,66 min. Halbwertzeit klinisch lang anhaltende, u. U. tagelang persistierende Effekte auslöst, so dürften diese Effekte anders zustande kommen als aus der klassischen Pharmakologie mit ihren Dosis-Wirkungskurven usw. gewohnt: Vermutlich handelt es sich um einen Reglulationseffekt an Membra-nen, deren fehlgesteuerte Impulsleistungen, morphologisch möglicherweise repräsentiert durch eine "Verstellung" der Membranrheologie und Membranviskosität (38), in Sekundenzeiträumen re-harmonisiert werden können.


6. Sauerstoffsparender Effekt

Bei dem sog. Sauerstoffsparenden Effekt des Procains, der bis heute seine Ausnützung in der Verwendung von Procain als Bestandteil der kardioplegischen Lösung in der Herzchirurgie findet, handelt es sich um eine von der Lokalanästhesiewirkung unabhängige pharmakolo-gische Eigenschaft (40-47).

Eine amerikanische Arbeitsgruppe (Stys et al.) berichtete 1992, dass die irreversible Zerstörung der Nervenleitfähigkeit am N. opticus der Ratte infolge einstündiger Anoxie durch Procain-Perfusion nahezu vollständig verhindert werden kann. Diese Schutzwirkung vor Anoxiefolgen ist unter Procain stärker ausgeprägt als unter Lidocain, wobei unter Procain im Gegensatz zu Lidocain gleichzeitig das normale Aktionspotential nicht unterdrückt wird. Die Autoren postulieren unterschiedliche Natrium-kanäle, wobei die geschilderte Procainwirkung über eine Subpopulation persistierend geöffneter Natriumkanälchen zustande käme, über die Procain den zellzerstörerischen Calciumeinstrom blockiere. Die Bedeutung der Anoxiefolgen-Protektion im Zusammenhang mit Schlaganfall, Rückenmark-verletzungen und bestimmten Formen der vasku-lären Demenz wird diskutiert(48).

Übrigens wird die kardioplegische Lösung Eppendorf, welche sich den sauerstoffsparenden und kapillarabdichtenden Effekt des Procains zunutze macht (enthält Procain 1 %), seit 1976 bei der Mehrzahl aller chirurgischen Eingriffe am offenen Herzen in Deutschland verwendet. Fresenius produziert ca. 50.000 Liter/anno dieser Procainlösung, Unverträglichkeitserscheinungen wurden nach Auskunft der Herstellerfirma wie der Hamburger Kardiochirurgen bislang nicht bekannt.


7. Kapillarabdichtender Effekt

Die Arbeitsgruppe Eichholtz, Keil, Muschawek und Hirsch - Eichholtz war Direktor des pharmako-logischen Instituts der Universität Heidelberg - wies für Procain einen kapillarabdichtenden Effekt nach, der unabhängig von der lokalanästhetischen Wirkung eine eigene pharmakologische Wirkqualität darstellt und in Vergleichsunter-suchungen für Cocain, Tutocain und Lidocain nicht gefunden werden konnte (49-52).


8. Unterdrückung des Shwartzman- Sanarelli-Phänomens

Im Kaninchenexperiment vermag Procain nach Untersuchungen von Fleckenstein et a. in einer Dosierung von 10 mg/kg i. v. den im Rahmen des Shwartzman-Sanarelli-Phänomens entstehenden anaphylaktischen Schock zu verhindern (53).

Der akute Serum-Schock des Meerschweinchens nach Sensibilisierung mit artfremdem Eiweiß wird verhindert durch vorherige i. v. Gabe von 20 mg/kg Procain (54).


9. Vasokonstriktorenzusatz obsolet

Die Anwendung von Procain mit Vasokon-striktorenzusatz zur Lokalanästhesie muss im Vergleich zu den Möglichkeiten moderner amid-strukturierter Lokalanästhetika als obsolet bezeichnet werden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Nebenwirkungen, die in der Vergangenheit dem Procain zugeordnet wurden, in Wirklichkeit dem Vasokonstriktorenzusatz Adrenalin zuzuordnen waren, dem eine beachtliche eigene Toxizität zukommt. Nach Killian vermag der Adrenalinzusatz die Toxizität des Lokalanäs-thetikums bis auf das 6-fache zu steigern, auch ist Adrenalin in der Lage, für sich allein genommen dramatische Vergiftungsbilder zu erzeugen, die von einer Anaphylaxie schwer abgrenzbar sind (55).

Die Verwendung von Adrenalinzusätzen zu Procain in der Neuraltherapie nach Huneke ist deshalb kontraindiziert, auch wegen der unerwünschten verlängerten Anästhesie und der unerwünschten Vasokonstriktion.


10. Paragruppenallergie, eine Lehrbuch- Ente

Von pharmakologischer Seite wird Procain oft nur deshalb mit Misstrauen begegnet, weil seine Ring-Substituenten im Benzolring paraständig seien.

Aufgrund einer strukturanalytischen Arbeit von R. L. Mayer aus den USA der frühen 50-er Jahre fand nämlich der Begriff der Paragruppenallergie Eingang in die Lehrbücher der Pharmakologie, ohne dass dieser bis heute ausreichend substantiiert werden konnte (56). Auch Mayer selbst führt in seiner Arbeit keinen Beweis für die klinische Relevanz seiner eher theoretisch-strukturanalytischen Überlegungen. Nicht nur viele Ester-Lokalanästhetika weisen Paraständigkeit auf, sondern auch die oralen Antidiabetika (Sulfonyl-harnstoffe), die Sulfonamide und besonders die ubiquitär als Farbstoffe und Konservierungsstoffe vom Menschen täglich inkorporierten Parabene. Parabene führen zwar gelegentlich zu allergischen Dermatitiden, von einer regelhaften Sensibili-sierung durch sie mit nachfolgend erhöhtem Anaphylaxie-Risiko bei Applikation sonstiger Paragruppen-Wirkstoffe ist bisher aber nichts bekannt geworden. K. H. Schulz teilte dem Verfasser (8) am 26.10.88 mit: Die wohl eher auf theoretischen Erwägungen beruhende Kreuz-allergie für Sulfonamide und Ester-Lokalanästhe-tika habe er persönlich in 30 Jahren nie gesehen oder auch nur von einem einzigen konkreten Fall gehört.

Diese Aussage bekräftigte K. H. Schulz gegenüber dem Verfasser am 21.02.93.

Auch Prof. Merk, Vertreter des Faches Dermatologische Allergologie an der Universität Köln, bestätigte in einer telefonischen Unterredung am 26.01.93 im Wesentlichen die Auffassung von K. H. Schulz.

Die zumindest äußerst geringe klinische Relevanz der Untersuchungen zur Paragruppenallergie von Mayer wird schließlich bestätigt durch die Tatsache, dass die pharmazeutischen Hersteller von Procain in Deutschland über gemeldete schwere Zwischenfälle oder Nebenwirkungen durch die Anwendung von Procain praktisch kaum berichten können. Gleiches gilt für die Anwenderseite:
In der Größenordnung von 2.500 Ärzte sind Mit-glieder der entsprechenden Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Neuraltherapie (1) bzw. Therapeutische Lokalanäs-thesie, sie verwenden überwiegend Procain. In meiner eigenen Praxis, in der ich mich seit 20 Jahren der Neuraltherapie widme, werden ca. 35-40 Liter Procain 1% jährlich angewendet. In diesem Zeitraum wurde eine durch Procain am Unterschenkel auslösbare Dermatitis beobachtet, keine Anaphylaxie, Urtikaria oder Bronchospas-mus, keine Dermatitis bei mir selbst (etwa durch seit 20 Jahren häufig vorkommenden Hautkontakt mit der Procainlösung infolge von Konusundich-tigkeit etc.).

11. Hauttest von Aldrete und Johnson ungeeignet

Die von Aldrete und Johnson 1970 (11) veröffentlichte Methodik von Intrakutantests zur Auffindung von Lokalanästhetika-Überempfind-lichkeiten hat zu vielen verwirrenden, weil falsch-positiven Testergebnissen geführt.

Aldrete und Johnson war nämlich offenbar unbekannt, dass Lidocain an der Haut gefäßkon-striktorisch wirkt, Procain dagegen ebenso wie Chlor-Procain gefäßdilatatorisch, d.h. eine Hautrö-tung per se und nicht als Ausdruck einer allergischen Reaktion auslösend (10, 27-30).

12. Keine Missbildungen beim Menschen

In dem abgelaufenen dreiviertel Jahrhundert der klinischen Anwendung von Procain sind nirgends Beobachtungen bekannt geworden, die ein vermehrtes Missbildungsrisiko nach Anwendung von Procain nahe legen.

Heinonen et al. (1982) konnten bei 1.340 Fällen, in denen schwangere Frauen im ersten Trimenon mit Procain behandelt worden waren, keine signifikant höhere Zahl irgendwelcher Missbildungen nach-weisen, als dies für unbehandelte Frauen ebenfalls erwartbar war: "For this preparation, as for the subgroup to which it belongs, there was no evidente of association with broad classes of malformations." (57)

Im Übrigen muss festgehalten werden, dass Mink in seinem Lehrbuch "Naturheilverfahren in der Gynäkologie" (58) seit 10 Jahren die Behandlung des Abortus imminens sowie auch die Hyperemesis gravidarum des ersten Trimenon mit Procain empfiehlt (59-61). Gleiches gilt für die Gynäko-logen Funk (62), Buchheit (63) und Becke (64,65). P. Dosch (66) äußerst sich im gleichen Sinne in seinem seit 1964 jetzt in 14. Auflage erschienen "Lehrbuch der Neuraltherapie nach Huneke", und trotz dieser breiten, in allen Kursen und Lehrbüchern der Neuraltherapie bzw. Therapeu-tischen Lokalanästhesie seit 40 Jahren gelehrten Anwendung von Procain im ersten Trimenon sind Hinweise auf ein vermehrtes Missbildungsrisiko weder bei Anwendern noch bei den Hersteller-firmen bekannt geworden.

13. Anwendung in der Schwangerschaft

Die Anwendung von Procain ist weder in der Früh- noch in der Spätschwangerschaft kontraindiziert. Vielmehr scheint, wenn überhaupt die Anwendung von Lokalanästhetika während der Schwanger-schaft geboten ist, Procain neben Chlor-Procain (Nesicain) als einziges Lokalanästhetikum indiziert zu sein.

Auch entsprechend der neueren angloameri-kanischen Literatur sind Procain und Chlor-Procain die Lokalanästhetika der Wahl (12) für die Anwendung in der Schwangerschaft, unter anderem deshalb, weil sie auf die Nabelgefäße vasodilatatorisch wirken und damit im Gegensatz zu etwa Lidocain oder Bupivacain, die hier konstriktorisch wirken, den Feten in seiner Sauerstoffversorgung nicht gefährden (27, 67).

Hinzu kommt, dass bei Anwendung der üblichen neuraltherapeutischen Dosen an Schwangeren ein Erreichtwerden des Feten durch Procain nicht nachweisbar ist (68,69). Erst untherapeutisch hohe Dosen von mehr als 4 mg/kg Körpergewicht i. v. führen zu Procain-Konzentrationen von 3 pg/ml in der Umbilikalvene.

Neben diesen im Vergleich zu den amidstruktu-rierten Lokalanästhetika winzigen Substanzmen-gen, die bei erheblichen Überdosierungen über-haupt erst den Feten erreichen können, kommt Chlor-Procain und Procain zusätzlich der Vorteil zu, dass sie im Gegensatz zu den amidstrukturierten die Entgiftungssysteme der unreifen fetalen Leber nicht belasten (39).

14. Nebenwirkungsrisiko an der Haut sehr gering

Das Hautallergie-Risiko bei Procain wird meist ganz falsch eingeschätzt. Es ist sehr gering, und eine Umfrage bei Neuraltherapeuten, die über Jahre und Jahrzehnte täglich Procain-Spuren an den Fingern haben, ergab keinen einzigen Fall von Kontaktdermatitis. Es dürfen eben nicht alle Esterlokalanästhetika in einem Atemzug genannt werden, denn z.B. für das stark fettlösliche Benzocain spielt die Hautallergie eine beachtliche Rolle.

15. Gewebeverträglichkeit

Aufgrund de oben dargestellten ausgeprägten gefäßdilatatorischen Eigenschaften und seiner starken Hydrophilie muss Procain neben Chlor-Procain (Nesicain) als das gewebefreundlichste Lokalanästhetikum insgesamt bezeichnet werden, hierin etwa Lidocain, Prilocain oder Bupivacain deutlich überlegen (12). Haut- und Gewebs-nekrosen, von denen im Zusammenhang mit der Injektion von Procain in der Literatur die Rede war, sind den Zusätzen (!) und nicht dem Wirkstoff zuzuordnen.

16. Die systemische Anwendung von Procain

Die systemische Anwendung von Procain kommt nicht nur gelegentlich als unerwünschte Resorption bei der Anwendung eines Lokalanästhetikums vor - so wird dies von den Anästhesiologen etwa für ihre amidstrukturierten, langwirksamen Lokalanäs-thetika gesehen - , sondern sie stellt ein eigenes Therapieprinzip dar: In der Neuraltherapie nach Huneke (66, 71-88) ebenso wie in der Therapeutischen Lokalanästhesie nach Gross (89) und deren Modifikation durch Schmid )90) ist gerade die i. v. Injektionen von 1 ml bis max. 2 ml Procain 1% Teil des therapeutischen Konzeptes.

Neuraltherapie bzw. therapeutische Lokalanästhe-tika strebt weniger eine umschriebene Lokal-anästhesiewirkung im Sinne der örtlich und zeitlich begrenzten Analgesie an. Neuraltherapie ist vielmehr ein Therapiekonzept unter Benutzung des vegetativen Nervensystems, d.h. einschließlich des zentralen Nervensystems. Dass Procain auch am zentralen Nervensystem wirksam ist, bewiesen Hewer und Keele in folgendem Versuch: sie zeigten, dass der ischämische Muskelschmerz nach Abbinden eines Oberarmes durch i. v. Injektion von Procain in den anderen Arm aufgehoben werden kann, ein Effekt, der nur über eine zentralanalgetische Wirkung des Procains zu erklären ist, da eine direkte Procainwirkung im abgebundenen Teil der Extremität entfiel (91).

Inzwischen gibt es auch zahlreiche Untersuchun-gen, die eine spezifische Wirkung von Procain auf das limbische System, sozusagen das Gehirn des Vegetativums, nämlich Mittler zwischen Großhirn-rinde und Hypothalamus, belegen (34). Diese Wirkung ist nicht nur abhängig von der chemischen Konstitution des Procains, sondern ebenso von den spezifischen physikochemischen Membraneigen-schaften dieses Zielorgans (32).

Wie überaus hoch die Spezifität von Membranen sein kann, verdeutlicht die Existenz von stereo-selektiven Unterschieden: so wirkt rechtsdrehen-des Prilocain in vivo 1,5- bis 3- mal stärker lokalanästhetisch als linksdrehendes Prilocain (38).

Es sind also die von den Pharmakologen Zipf unter dem Begriff "Endoanästhesie" zusammengefassten Wirkqualitäten von Procain an einer Fülle weiterer Endorgane (z.B. Lungendehnungsrezeptoren, Gefäßrezeptoren, Mechano- und Chemorezeptoren, Herzrezeptoren, viszerale Rezeptoren, querge-streifte Muskulatur, glatte Muskulatur usw.), die wir in der therapeutischen Lokalanästhesie bzw. Neuraltherapie mit der i. v. Anwendung von Procain erreichen wollen (32, 35, 92-96).

Im Übrigen ist die i. v. Anwendung von Procain oder auch anderen Lokalanästhetika seit über 40 Jahren in der klinischen Praxis etabliert, teilweise auch in der anästhesiologischen Schmerztherapie (97-107).

17. Obliterative Gefäßerkrankungen, Arteriosklerose

Obliterative Gefäßerkrankungen gehören zu den wichtigsten Indikationen der intraarteriellen Procain-Anwendung (3, 108, 109). Über besondere Erfahrungen auf dem Gebiet verfügt etwa Prof. K.H. Loose, der schon 1962 über 6.000 Fälle dieser Art und ihre intraarterielle Behandlung mit Procain berichten konnte (110).

Im Übrigen wird die intraarterielle Applikation von Procain bei verschiedenen Formen der arteriellen Durchblutungsstörungen in den Lehrbüchern und Kursen der therapeutischen Lokalanästhesie bzw. Neuraltherapie bereits seit etwa 40 Jahren gelehrt.
Einer der ersten Anwender der Applikation von Procain in die A. femoralis bei obliterativen Gefäßerkrankungen der unteren Extremitäten war der französische Sympathikus-Chirurg Leriche, der die Wirkung dieser Behandlung mit einer zeitlich begrenzten Sympathektomie verglich.



Quellen und Literatur 

            

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 [1] In den folgenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird die Neuraltherapie nach Hu­neke vertreten:

      Internationale medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke — Regulations-The­rapie e. V. (Geschäftsstelle: Am Promenadenplatz 1, 72250 Freudenstadt, ca. 1.100 Mitglie­der) — unter den ausländischen Mitgliedsgesellschaften sind die mitgliedsstärksten die Schweizer (Vors. Dr. A. Beck), die Belgier (Vors. Dr. r. Mertens) und die Niederländer (vors. Dr. C. Joosse);

      Deutsche Gesellschaft f. Akupunktur und Neuraltherapie (Geschäftsstelle: Mühlweg 11. 07368 Ebersdorf/Thüringen, vors. Dr. R. Wander, ca. 1.200 Mitglieder):

      Österreichische Medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie und Regulationsforschung (Se­kretariat: Bahnhofbichl 13. A-6391 Fieberbrunn, Vors. Prim. DL H. Brand, ca. 300 Mitglieder)

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